Schwerpunktthemen

Ziel des Vereins ist es, die Anzahl von jährlich 66.000 Neuerkrankungen im Verlauf der nächsten Jahre  deutlich zu reduzieren und die Anzahl der Menschen, die pro Jahr in Deutschland an Darmkrebs sterben, von gegenwärtig 26.700 sehr deutlich zu senken.

Um dieses Ziel zu erreichen, vernetzt der Verein Meinungsführer und Entscheider aus Medizin, Public Health, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und bündelt so die Kompetenz im Bereich der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Darmkrebs. Das Netzwerk entwickelt in diesen Themenfeldern eigene Projekte, initiiert Studien und Fortbildungen und veranstaltet Symposien und Workshops zu praxisnahen Themen. Es befördert den Transfer von der Wissenschaft in die Praxis und setzt auf diese Weise auch neue gesundheitspolitische Standards.

DIE DRINGLICHSTEN AUFGABEN

Seit Einführung der gesetzlichen Vorsorgekoloskopie im Jahr 2002 haben mehr als 5 Millionen Menschen über 55 Jahre diese Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen.  Laut einer Modellrechnung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ) sind dadurch bis zum Jahr 2010 ca. 100.000 Neuerkrankungen von Darmkrebs verhindert und über 50.000 Tumoren in einem frühen Stadium erkannt worden, in dem der Krebs noch keine Metastasen gebildet hat und die Heilungschancen entsprechend groß sind. Das ist ein erster Erfolg für das deutsche Screening-Programm, auf dem man sich allerdings nicht ausruhen darf. Will man die nach wie vor sehr hohe Inzidenz und Sterblichkeit von Darmkrebs nachhaltig absenken, sind größere strukturelle Änderungen und Anpassungen notwendig.

Hierzu will das Netzwerk  einen konstruktiven Beitrag leisten. Basierend auf der bisherigen Arbeit wird sich das Netzwerk in den kommenden Jahren auf die folgenden Handlungsfelder konzentrieren:

 

1. Veränderung der Rahmenbedingungen für die Darmkrebsvorsorge

Das Netzwerk wird sich dafür einsetzen, dass die im Gesetzesentwurf des BMG genannten Verbesserungen des bestehenden Screening-Programms zeitnah umgesetzt werden. Es geht darum, ein strukturiertes bundesweites Einladungsverfahren zu schaffen, mit dem erstmals alle Bürger über 50 Jahre angesprochen und über vorhandene Screening-Maßnahmen  informiert werden.  Hieran müssen sich auch die privaten Krankenkassen beteiligen. MEHR…

 

2. Berücksichtigung des familiären Risikos in der Darmkrebsfrüherkennung

Das Netzwerk wird sich dafür einsetzen, dass Menschen mit familiär erhöhtem Darmkrebsrisiko  -  hiervon sind in Deutschland zwischen 2 und 4 Millionen Menschen betroffen – einen gesetzlichen Anspruch auf risikoangepasste Vorsorge gemäß der Leitlinie der Fachgesellschaft erhalten. Es muss außerdem sicher gestellt werden, dass betroffene Personen frühzeitig identifiziert und über die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen informiert werden. Beides ist in den gegenwärtig gültigen Richtlinien nicht vorgesehen.

Das Netzwerk wird Initiativen entwickeln, um beides voranzutreiben. Zur Abfrage des individuellen Risikos sollen in Praxen und Kliniken routinemäßig wissenschaftlich fundierte Fragebögen eingesetzt werden. Für die Umsetzung bietet sich z. B. auch die Praxissoftware an. MEHR…

 

3. Ausbau der betrieblichen Prävention zur zentralen Säule der Gesundheitsvorsorge

Nirgendwo lassen sich Menschen so gezielt und direkt auf Vorsorgethemen ansprechen  wie am Arbeitsplatz. Hier kann informiert und zur Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen  motiviert werden. Das Netzwerk setzt sich deshalb bereits seit Jahren dafür ein, dass Betriebe Darmkrebsvorsorge in ihr Gesundheitsmanagement integrieren. Es hat zu diesem Zweck zusammen mit Partnern einen Handlungsleitfaden  entwickelt, der den Unternehmen die Planung und Durchführung solcher Aktionen erleichtert.

Betriebliche Gesundheitsvorsorge rechnet sich sowohl betriebs- wie volkswirtschaftlich (siehe Studie „Vorteil Vorsorge“, die Booz&Co 2011 im Auftrag des Netzwerks gegen Darmkrebs und der Felix Burda Stiftung durchgeführt hat), für den Arbeitgeber, der angesichts des demografischen Wandels an der Gesunderhaltung der Mitarbeiter interessiert ist, und für den Mitarbeiter, der solche Angebote des Unternehmens in der Regel zu schätzen weiß.

Das Netzwerk wird der betrieblichen Gesundheitsvorsorge hohe Priorität einräumen und sowohl Großbetriebe wie mittelständische Unternehmen gezielt ansprechen. Das Netzwerk wird sich darüber hinaus dafür einsetzen, dass bestehende gesetzliche Hürden beseitigt und Anreize geschaffen werden, um mehr Unternehmen zur Implementierung von Vorsorgeuntersuchungen in das betriebliche Gesundheitsmanagement zu motivieren. MEHR…

 

4. Qualitätssicherung der Vorsorgekoloskopie

Um die bestmöglichen endoskopischen Ergebnisse zu erzielen, ist eine dauerhafte Anpassung und Überprüfung der Untersuchungsqualität notwendig. Das Netzwerk wird sich, im Sinne einer kontinuierlichen Qualitätsoffensive, für die Weiterentwicklung der Qualitätsstandards für die Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Darmkrebs und seiner Vorstufen einsetzen. Dies betrifft  insbesondere die Erhöhung der Detektionsrate von Polypen und die Vermeidung von Intervallkarzinomen sowie die Optimierung der Techniken der Polypenentfernung. Es betrifft aber auch den Einsatz neuerer endoskopischer  Gerätegenerationen, die den Untersucher bei der Detektion von Läsionen besser unterstützen können. MEHR…

 

5. Etablierung neuer Testverfahren zur Darmkrebsvorsorge und –früherkennung

Zwar gilt die Koloskopie nach wie vor als Goldstandard für das Erkennen von Darmkrebs und seinen Vorstufen. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass die niedrige Teilnahmerate am Screeningprogramm durch das Angebot alternativer Untersuchungsmethoden deutlich gesteigert werden kann.  Das Netzwerk wird sich verstärkt dafür einsetzen, dass neue Testverfahren, die ihre Potenz in Studien unter Beweis gestellt haben, zügig als gesetzliche Leistung eingeführt werden. Im ersten Schritt geht es hier vor allem darum, dass der wenig sensitive guajakbasierte Stuhltest, der gegenwärtig als einziger Test von den Krankenkassen bezahlt wird, durch den wesentlich sensitiveren immunologischen Stuhltest abgelöst wird. MEHR…

 

6. Targeted Therapy für Patienten mit Darmkrebs

Das Angebot individualisierter Therapien wird auch für die Behandlung von Darmkrebspatienten  immer wichtiger. Das Netzwerk wird sich nachdrücklich dafür einsetzen, dass betroffenen Patienten möglichst früh Therapien angeboten werden, die auf targeted therapy-Konzepten beruhen. Das Netzwerk will, zum Wohle der Patienten, den Wissenstransfer – from bench to bedside – fördern und dazu beitragen, dass die Therapie von Darmkrebspatienten so effizient wie möglich durchgeführt wird. MEHR…

 

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