Projektarchiv

Projekte & Aktivitäten der vergangenen Jahre

  • Berücksichtigung der Risikogruppe mit familiärem Darmkrebs in der S3-Leitlinie
    Unter anderem auf die Initiative des Netzwerks und der Felix Burda Stiftung, die in der repräsentativen Konsensuskonferenz der S3-Leitlinie zur Darmkrebsvorsorge vertreten sind, enthält die 2012 aktualisierte S3-Leitlinie als neuen Passus, dass Personen mit familiär erhöhtem Darmkrebsrisiko sich spätestens mit 40 oder 45 Jahren einer Vorsorgedarmspiegelung unterziehen sollten. Hintergrund ist, dass Betroffene im Schnitt zehn Jahre früher als die Normalbevölkerung an Darmkrebs erkranken.

 

  • Bayerisches Pilotprojekt zur Einführung eines bevölkerungsbezogenen Einladungsverfahrens
    Diverse lokale Pilotprojekte (z.B. AOK Rheinland-Hamburg, Saarland) haben gezeigt, dass sich die gegenwärtig zu niedrigen Teilnahmeraten an der Darmkrebsfrüherkennung durch die persönliche Einladung der Versicherten signifikant steigern lassen. Sowohl die Europäische Leitlinie zur Darmkrebsfrüherkennung wie die Ausführungen des nationalen Krebsplans in Deutschland empfehlen die Durchführung von Darmkrebs-Screenings auf der Basis bevölkerungsbezogener organisierter Verfahren, in deren Zentrum die persönliche Einladung sowie die Evaluation der Ergebnisse stehen.
    Das Netzwerk hat sich in den vergangenen Jahren intensiv in die Diskussion um die Durchführung eines bayerischen Pilotprojekts zum Einladungsverfahren eingeschaltet und Vertreter von Krankenkassen, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), Vertreter der Gesundheitspolitik und Leistungserbringer wiederholt zu Arbeitstreffen zusammengeführt. Es wurde ein ausführliches Konzept zur Umsetzung eines solchen Verfahrens von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns erarbeitet, was aber leider so nicht zum Einsatz kam. Inzwischen sind einzelne Kassen mit einer Einführung beschäftigt.

 

  • Patientenbrief zum familiären Darmkrebsrisiko
    Ein wesentlicher Bestandteil des FamilyCare-Schulungskonzepts ist das erklärende Patientenschreiben zum familiären Darmkrebsrisiko. Darin wird dem Patienten erklärt, warum die eigene Erkrankung ein erhöhtes Risiko für seine Familie darstellt und wie sich seine Familienangehörigen vor Darmkrebs schützen können.
    Das Netzwerk setzt sich dafür ein, dass der Patientenbrief möglichst jedem Betroffenen, z. B. bei der Mitteilung eines Befundes in der gastroenterologischen Praxis oder bei der Entlassung aus der Klinik, ausgehändigt wird. Zum Download der Schreiben kommen Sie HIER

 

  • FamilyCare – Fortbildung des Assistenzpersonals zum Thema familiäres Risiko
    Das gastroenterologische Assistenzpersonal in Praxen und Kliniken ist, da es ohnehin in die Betreuung von Patienten mit Darmkrebs und seine Vorstufen involviert ist und oft mehr Zeit mit den Patienten als der Arzt verbringt, in besonderem Maße geeignet, in die Aufklärung von Patienten über das erhöhte Darmkrebsrisiko für direkte Verwandte einbezogen zu werden. Den Ärzten fehlt im Praxisalltag oft die Zeit, ausführlicher auf das erhöhte Risiko für die Angehörigen und die Möglichkeiten einzugehen, wie sich diese vor Darmkrebs schützen können.
    Das Netzwerk hat aus diesem Grund eine spezielle Fortbildung zu diesem Thema für das Assistenzpersonal initiiert und zusammen mit Partnern entwickelt.
    Mit der Deutschen Gesellschaft für Endoskopie-Assistenzpersonal und dem Bildungsinstitut „ekw. concept“ wurden diverse Workshops durchgeführt, um die Fortbildungsinhalte zu definieren. Es geht darum, das medizinische Fachpersonal aus dem Bereich der Inneren Medizin/Gastroenterologie sowohl in fachlichen wie sozial-kommunikativen und psychologischen Fragen zu schulen. Nach einer ersten Pilotveranstaltung 2011 in Düsseldorf, nach der die Inhalte entsprechend der Erfahrungen mit den Teilnehmern angepasst wurden, folgte im Frühjahr 2012 die zweite Pilotveranstaltung in Mannheim. Der bundesweite Roll-out wird für 2012 vom Netzwerk vorbereitet.

 

  • Studie zum betrieblichen Gesundheitsmanagement
    Unter dem Titel „Vorteil Vorsorge – Die Rolle der betrieblichen Gesundheitsvorsorge für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland“ erschien im Sommer 2011 eine Studie, die von der internationalen Strategieberatung Booz & Company als Pro-bono-Projekt im Auftrag des Netzwerks und der Felix Burda Stiftung durchgeführt wurde. Zum Thema betriebliche Gesundheitsvorsorge wurden 30 große und mittelständische Unternehmen befragt. Hintergrund der Studie ist, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement angesichts des demografischen Wandels und einer älter werdenden Belegschaft eine zunehmend größere wirtschaftliche Bedeutung gewinnt und sehr viel stärker als bisher ausgebaut werden muss. Große Unternehmen haben hier zum Teil bereits sehr gute Programme etabliert, während das Thema in kleinen und mittelständischen Unternehmen bisher noch eine untergeordnete Rolle spielt. 129 Milliarden Euro kosten deutsche Unternehmen gegenwärtig die Krankheitstage ihrer Mitarbeiter, eine Summe, die sich durch gut strukturierte Vorsorgeprogramme deutlich reduzieren ließe. Studien belegen, dass mit einem Mindestnutzen von 1:5 und mit einem Maximalnutzen der Maßnahmen von 1:16 gerechnet werden kann. Die Ergebnisse der Studie wurden an einen großen Kreis von Stakeholdern verbreitet und fanden ein breites Medienecho. Die Politik wird darin aufgefordert, für die Anpassung der Rahmenbedingungen an die veränderten Erfordernisse Sorge zu tragen.

 

  • Weiterbildung der Apotheker
    Das Netzwerk und das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) entwickelten ein Fachseminar, um Apotheker gezielt über das Thema Darmkrebs und die Möglichkeiten der Früherkennung zu informieren. Die Kooperation zielt insbesondere auf Apotheken im ländlichen Raum, da das Apothekenpersonal hier traditionell starke Kundenbindungen hat und die Apotheke somit eine ideale Plattform auch für die Aufklärung über Darmkrebsvorsorge darstellt.
    Im Rahmen der neuen Weiterbildung „Prävention und Gesundheitsförderung“ der Bayerischen Landesapothekerkammer integrierten die beiden Partner ein 90-minütiges Fachseminar, in dem ein Experte über die wissenschaftlichen Grundlagen und die praktische Umsetzung von Darmkrebsprävention in der Apotheke referiert.

 

  • Petition zum betrieblichen Gesundheitsmanagement an den Deutschen Bundestag
    Um den Forderungen der Studie „Vorteil Vorsorge – Die Rolle der betrieblichen Gesundheitsvorsorge für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland“ politischen Nachdruck zu verleihen, hat das Netzwerk in Kooperation mit der Felix Burda Stiftung und unterstützt von zahlreichen großen Unternehmen wie BASF, BMW, Deutsche Post, Siemens, RWE, E.on sowie der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, beim Deutschen Bundestag eine Online-Petition eingereicht.
    Eine Hauptforderung der Petition ist: Die Bundesregierung sollte das betriebliche Gesundheitsmanagement stärken und die betriebliche Gesundheitsfürsorge zu einer zentralen Säule des Gesundheitswesens ausbauen. Eine wesentliche Voraussetzung ist die Veränderung der Rahmenbedingungen, die den Krankenkassen mit einem jährlichen Betrag von 2,86 Euro pro Versicherten gegenwärtig wenig Spielraum zur Intensivierung betrieblicher Vorsorgemaßnahmen lassen.