Interview

FARKOR – Ein bayerisches Modellprojekt – attraktiv für Patienten und Ärzte

04. Juli 2018
Darmkrebs, oder in der Fachsprache kolorektales Karzinom, ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste bösartige Krebserkrankung und auch die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Immer mehr jüngere Menschen erkranken an Darmkrebs. Im bayerischen Modellprojekt FARKOR, das vom Innovationsfonds gefördert wird, sollen Menschen mit einem familiär erhöhten Darmkrebsrisiko in Bayern bereits früh - im Alter von 25 bis 50 Jahren - identifiziert werden. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat im erwähnten Projekt die Rolle der Schirmherrschaft übernommen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ist für die Konsortialführung zuständig, womit organisatorische Aufgaben, wie das Projekt- und Finanzmanagement und die Koordination bei den Vertragsarbeiten, verbunden sind. Darüber hinaus ist die KVB ebenfalls für die Bereitstellung der erforderlichen Abrechnungs- und Servicestrukturen verantwortlich. Als Konsortialpartner sind, neben der Felix Burda Stiftung als Initiator des Projekts, die AOK Bayern, der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)…
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Interview: Dr. Georg Ralle über Symposium “Die Neuvermessung der Onkologie“

18. Juni 2018
Die Symposiumsreihe „Innovations in Oncology“ findet nun schon zum vierten Mal statt. Worum geht es bei der Veranstaltungsreihe und was ist das Ziel? Dr. Ralle: Die Idee der Symposiumsreihe ist, Forscher, Ärzte und Gesundheitspolitiker aus der onkologischen Wissenschaft und Forschung an einen Tisch zu holen. Wir wollten eine Plattform schaffen, um über die neusten Erkenntnisse zu Prävention, Früherkennung und Diagnostik des kolorektalen Karzinoms zu berichten. Darüber hinaus sollte auch der interdisziplinäre Austausch gestärkt und der wissenschaftliche Fortschritt gefördert werden. Das diesjährige Symposium ist eine Fortführung der Reihe und richtet den Blick vor allem auf die Versorgungslandschaft und auf die Frage, wie die neuesten Forschungsergebnisse schneller im klinischen Alltag und damit beim Patienten ankommen. Bisher fanden die Symposien immer im Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg statt. Was hat Sie dazu bewogen die Veranstaltung nach Berlin zu verlegen? Dr. Ralle: Heidelberg ist…
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News from ASCO, Chicago: Prävention und Gesundheitsförderung in den USA: Überraschender Anstieg von Darmkrebs-Neuerkrankungen bei unter 50-jährigen Patienten

15. Juni 2018
Interview mit Frau Prof. Dr. Cornelia Ulrich, Senior Director für Population Sciences, Krebsforschungszentrum Salt Lake City, USA, geführt von Herrn Dr. Georg Ralle, München Netzwerk gegen Darmkrebs: Seit 2015 gibt es in Deutschland endlich ein Präventionsgesetz, in dem Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten, allgemeine Gesundheitsförderung und Früherkennung von Krankheiten benannt sind. Bis auf wenige Modellprojekte spüren die Bürger allerdings wenig von diesem neuen Gesetz, da nicht einmal notwendige Impfungen (wie z.B. gegen Masern) im Gesetz verbindlich verankert sind. Gibt es ein ähnliches Gesetz in den USA, bzw. welche staatlichen Rahmenbedingungen sind aus Ihrer Sicht für die Prävention besonders wichtig? Prof. Ulrich: Auch in den USA sind Prävention und Strategien zur Implementierung in die Bevölkerung ein wichtiges Diskussionsthema in der Regierung. Ein Meilenstein setzte das in 2010 unterzeichnete und in Kraft gesetzte Gesetz der Patient Protection and Affordable Care Act (ACA),…
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Aktuelle DKFZ-Studie belegt einmal mehr: Der allergrößte Teil der Darmkrebserkrankungen und Sterbefälle könnte durch konsequente Vorsorge vermieden werden.

23. Februar 2017
Interview mit Prof. Dr. Hermann Brenner, Leiter der Abteilung Klinische Epidemiologie & Alternsforschung Deutsches Krebsforschungsinstitut DKFZ, Heidelberg Netzwerk gegen Darmkrebs: Herr Prof. Brenner, Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass die Deutschen nach wie vor „Präventionsmuffel“ sind? Der Termin für die TÜV-Untersuchung des Autos wird eingehalten, aber der Gang zur Vorsorgeuntersuchung scheint für viele Menschen ein hohes Hindernis zu bedeuten. Prof. Hermann Brenner: Noch immer haben wir in Deutschland, zumindest für die Darmkrebs-Vorsorge, kein organisiertes Programm, das als Kern-Element gezielte Einladungen mit qualifizierter Information beinhaltet. Diese zentrale Forderung des Nationalen Krebsplans wartet immer noch auf Umsetzung. Unsere europäischen Nachbarländer haben gezeigt, wie mit solchen Programmen eine sehr viel höhere Teilnahme an wirksamen Vorsorge-Untersuchungen erreicht werden kann. NgD: Unter den verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen sticht die Koloskopie positiv heraus. Nach aktuellen Zahlen des DKFZ konnten bei insgesamt 4 Millionen Koloskopien 180.000 Fälle von…
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„Aktionen zur betrieblichen Darmkrebsvorsorge kann wirklich jedes Unternehmen durchführen!“

10. Februar 2017
Das Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., die Stiftung LebensBlicke und die Felix Burda Stiftung rühren derzeit mit einem neu aufgelegten Handlungsleitfaden verstärkt die Werbetrommel für die betriebliche Darmkrebsvorsorge. Dr. Stefan Webendörfer, Vice President Diagnostics - Health Promotion – Communication in der Abteilung Occupational Medicine & Health Protection der BASF SE in Ludwigshafen, erläutert den Nutzen derartiger Maßnahmen. Herr Dr. Webendörfer, wieso sollte die Darmkrebsvorsorge auch Sache von Unternehmen sein? Webendörfer: Das betriebliche Umfeld ist generell ein idealer Ort für die Umsetzung von Präventivmaßnahmen. Wir treffen dort Menschen zwischen 16 und 66 Jahren an, die – zumindest wenn sie keine gesundheitlichen Beschwerden haben – meist nicht regelmäßig ärztlich betreut werden. Die Jüngeren haben ihre Jugendschutzuntersuchungen hinter sich, die Älteren wissen über die ihnen zustehenden Vorsorgemaßnahmen oft nicht ausreichend Bescheid oder können sich nicht zur Teilnahme entschließen. Bei den oft gesetzlich vorgeschriebenen betriebsärztlichen…
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Bluttest statt Stuhltest? Endlich ein Silberstreifen am Horizont – Stationen auf dem steinigen Weg zur Darmkrebsfrüherkennung mittels Blutprobe durch den Hausarzt

20. Dezember 2016
Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Ulm, im Gespräch mit dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. zu den Themen Prävention, Vorsorgemuffel und neuen Testverfahren zur Früherkennung von Krebs. Netzwerk gegen Darmkrebs: Nach jahrelangen Beratungen ist 2015 endlich ein Präventionsgesetz beschlossen worden, das in den Bereichen Vorbeugung gegen Krankheiten (Prävention), Gesundheitsförderung und Früherkennung von Krankheiten zahlreiche Maßnahmen beinhaltet. Trotzdem ist es bis heute nicht gelungen, sinnvollen Präventionsmaßnahmen wie z.B. der bundesweiten, verpflichtenden Impfung gegen Masern, zum Durchbruch zu verhelfen – wie lässt sich das erklären? Prof. Thomas Seufferlein: Ich denke, Prävention ist als Konzept noch immer nicht ausreichend der Bevölkerung vermittelt worden. Bei verpflichtenden Maßnahmen gibt es zudem von vielen Seiten Widerstände und beim Thema Impfung in Deutschland –leider immer noch und anders als im europäischen Ausland - hohen Diskussionsbedarf. NgD:  Den größten Erfolg in Sachen Prävention verdanken…
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Niedergelassene Onkologen nehmen ihren Versorgungsauftrag ernst und sichern die Qualität

13. Juni 2016
Interview mit Professor Dr. Stephan Schmitz, Vorsitzender des Berufsverbandes der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland e.V. Netzwerk gegen Darmkrebs: Im zurückliegenden Jahr feierte der BNHO sein 15-jähriges Bestehen und ist damit im Verhältnis zu anderen, medizinischen Berufsverbänden ein noch recht junger Verband. Was waren seinerzeit die Gründe einen eigenständigen Verband für die niedergelassenen Onkologen ins Leben zu rufen? Professor Schmitz: Die ambulante Onkologie hat sich in den letzten 15 Jahren rasant entwickelt. Als der  BNHO gegründet wurde, gab es ca. 150 niedergelassene Onkologinnen und Onkologen. Die Gruppe wurde immer größer, war aber als Berufsverband nicht organisiert.  Wir brauchten eine sprachfähige Organisation für die niedergelassenen Onkologen, um deren Interessen gegenüber  den wissenschaftlichen Fachgesellschaften, der gesundheitspolitischen Öffentlichkeit und der Politik zu vertreten. Seither fungiert der BNHO als Sprachrohr für die niedergelassenen und zugleich  als Anwalt für die Patienten.  Dabei finanziert sich…
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Plädoyer zur Stärkung und zum weiteren Ausbau der psychoonkologischen Versorgung in Deutschland

02. Mai 2016
Interview mit Frau Prof. Dr. Anja Mehnert, Leiterin Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie und Sektion Psychosoziale Onkologie,  Universitätsklinikum Leipzig Netzwerk gegen Darmkrebs: Im Gegensatz zu etablierten medizinischen Fachdisziplinen, wie beispielsweise Chirurgie oder Innere Medizin, ist die Psychoonkologie eine relative „junge“ Disziplin, die sich in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts intensiv mit der Frage beschäftigte, in wie weit psychosoziologische Faktoren bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen könnten. Wie beurteilen Sie aus heutiger Sicht die Relevanz dieser Fragestellung? Anja Mehnert: Die Frage, inwieweit psychosoziale Faktoren bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen, ist sicher relevant. Auch wird in der psychoonkologischen Forschung seit vielen Jahren diskutiert, ob Psychotherapie die Überlebensrate bei Krebspatienten erhöhen kann und welche psychoneuroimmunologischen Mechanismen und verhaltensbezogenen Faktoren daran beteiligt sind. Wichtig ist genau zu unterscheiden, was mit psychosozialen Faktoren gemeint ist. Soziale Faktoren wie z. B. ein niedriger Bildungsstand…
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„Prävention und Gesundheitsförderung in den Betrieben sind ein Markenkern unserer Kassenart!”

01. März 2016
Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes, sieht beim neuen Präventionsgesetz sowohl Licht als Schatten. Angesichts der demografischen Veränderungen in unserer Gesellschaft begrüßt er im Interview mit Dr. Georg Ralle, Generalsekretär des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., vor allem den gestiegenen Stellenwert der betrieblichen Gesundheitsförderung. Netzwerk gegen Darmkrebs: Nachdem die Große Koalition einen langen Anlauf genommen hat, liegt nun seit einigen Monaten das Präventionsgesetz vor. Ist das jetzt der erwartete „große Wurf“, bzw. wo sehen Sie Stärken und Schwächen des Präventionsgesetztes? Franz Knieps: Nach mehreren gescheiterten Anläufen ist es grundsätzlich erfreulich, dass nun endlich ein Präventionsgesetz verabschiedet werden konnte. Angesichts des demographischen Wandels und dem damit verbundenen Anstieg chronischer Erkrankungen, dem nicht allein durch medizinisch kurative Maßnahmen begegnet werden kann sowie den veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen, ist es richtig, der Gesundheitsförderung und der Prävention einen größeren Stellenwert einzuräumen. Der „große Wurf“ ist…
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„Wir laufen Gefahr, bald nur noch Zuschauer zu sein!“

05. Februar 2016
Qualitativ hochwertige Grundlagenforschung auf der einen Seite, Unterfinanzierung und Verwertungsdefizite auf der anderen. Professor Dr. Michael Hallek, Köln, sieht im Interview mit Dr. Georg Ralle, Generalsekretär des Netzwerk gegen Darmkrebs, die Onkologie in Deutschland an einem Scheideweg.   Netzwerk gegen Darmkrebs: Bevor wir in die Zukunft blicken, zunächst noch ein paar Fragen zum Krebskongresses 2014, der unter Ihrer Regie stattfand. Sie forderten damals unter anderem mehr intelligente Konzepte in der Onkologie. Was haben Sie damit gemeint? Hallek: Mit intelligenten Konzepten waren solche gemeint, die die interdisziplinäre Zusammenarbeit, Innovationen und eine Individualisierung der Therapie voranbringen. NgD: Wurden diesbezüglich Fortschritte erzielt? Hallek: In einigen Bereichen durchaus. Seit es in Deutschland Organ-, Krebs- und onkologische Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe gibt, und die Deutsche Krebsgesellschaft sich um deren Zertifizierung kümmert, nimmt der Vernetzungsgrad zwischen Vertretern verschiedener Fachdisziplinen tatsächlich zu – einfach weil die Kooperation…
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