Veranstaltungsarchiv

Heidelberger Roadmap für ein Leben ohne Darmkrebs Dritter internationaler Workshop „Innovations in Oncology“

Freitag, 19. Mai 2017

Am 26. und 27. Juni 2017 findet in Heidelberg der dritte internationale Innovationsworkshop zu Darmkrebs statt. Unter dem Titel „How to eliminate Colon Cancer. A Road Map“ haben sich die Veranstalter ein hohes Ziel gesetzt. Im Lauf der zweitägigen Veranstaltung wird ein Strategieplan mit nachhaltigen bundesweiten Maßnahmen für die Vorhersage, Prävention und Früherkennung von Darmkrebs entwickelt. Das Netzwerk gegen Darmkrebs veranstaltet die Tagung gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Felix Burda Stiftung. Wissenschaftler und Ärzte können sich ab sofort für die zweitägige Veranstaltung anmelden.

Darmkrebs liegt mit 62.430 Neuerkrankungen und 25.999 Todesfällen pro Jahr in Deutschland weit vorne auf der Rangliste der tödlichen Krebserkrankungen. Die gute Nachricht: Bei frühzeitiger Diagnose ist Darmkrebs fast zu 100 Prozent heilbar. Denn der Tumor wächst langsam und ist in seinen Vorstadien gutartig. Mit der Darmspiegelung existiert eine Vorsorgeuntersuchung, mit der ein vorhandenes Karzinom frühzeitig erkannt und gleichzeitig entfernen werden kann. Trotzdem nehmen bisher nur etwa 30 Prozent der Versicherten ihr Anrecht auf eine Vorsorgekoloskopie wahr. Seit dem 1. April 2017 zahlen die Krankenkassen nun auch einen immunchemischen Test, der Blut im Stuhl wesentlich besser als der bisher gebräuchliche Test nachweist.

Ein organisiertes Programm zur Darmkrebsvorsorge gibt es bislang nicht in Deutschland und neuartige Screening-Tests finden oft nur mit jahrelanger Verspätung Eingang in das Gesundheitssystem. Wie lässt sich also ein Darmkrebsscreening-Programm für alle über 50-Jährigen umsetzen? Vorbild ist Holland: Die Niederländer versenden persönliche Einladungen zusammen mit einem immunchemischen Stuhltest an ihre Bürger. Enthalten ist zudem ein frankierter Rückumschlag für den Versand an das Labor. Im ersten Jahr haben die Holländer damit eine Teilnahmerate von über 70 Prozent erreicht. „Die wirksamste Maßnahme, um Darmkrebs zu eliminieren, ist eine möglichst hohe Teilnahmequote an der Vorsorge“, sagt Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung und Präsidentin des Netzwerks gegen Darmkrebs. „Grund genug mit unserem dritten Innovationsworkshop die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Neuentwicklungen in diesem Bereich in einen strategischen Fahrplan zu übersetzen, der das Potenzial hat, die Vorsorge von Darmkrebs nachhaltig zu verbessern.“

Zentrales Element der Veranstaltung sind zwei interaktive Podiumsdiskussionen. Hier wird der Heidelberger Strategieplan zur Verbesserung der Darmkrebsvorsorge erarbeitet. Moderiert von Thomas Schnelle, Metaplan bringen die Anwesenden alle aktuellen Fakten zusammen und entwickeln ein Konzept, das Darmkrebs langfristig eliminieren soll. Einen möglichen Ansatz sieht Christof von Kalle, Geschäftsführender Direktor am NCT, im Management der wissenschaftlichen und klinischen Daten. „Die Methoden der Datenanalyse bieten faszinierende Möglichkeiten, uns alle Informationen über die Krebserkrankung unserer Patienten zugänglich zu machen, damit wir am Krankenbett klügere Entscheidungen treffen können“, sagt von Kalle.

Über 300 Experten aus aller Welt werden zum dritten Innovationsworkshop Ende Juni in Heidelberg erwartet. Referenten aus den USA, Großbritannien, Schweiz, Israel, den Niederlanden und Deutschland stellen dem Fachpublikum ihre neuesten Forschungsergebnisse zu Darmkrebs vor. Die diesjährigen Schwerpunkte liegen zum einen in der prädiktiven Risikoeinschätzung und der Entwicklung innovativer Präventions- und Früherkennungsstrategien, insbesondere auch für Menschen mit familiärem und erblichem Darmkrebs, sowie auf der Rolle des Mikrobioms und des Lebensstils. Zum anderen geht es um neue Ansätze in der Therapie. In den Hauptvorträgen spricht Otmar Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft über den deutschlandweiten Verbund zur Krebsforschung DKTK (Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung). Andrew Morris von der Universität Edinburgh diskutiert den Wert großer Datenmengen für Forschung und Versorgung.

Der internationale Workshop „Innovations in Oncology“ findet am
26. und 27. Juni 2017 im Kommunikationszentrum des Deutschen
Krebsforschungszentrums im Neuenheimer Feld 280 in Heidelberg statt. Vortragssprache ist Englisch.

 

Weitere Informationen und das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier:

www.nct-heidelberg.de/xcrc2017