Hintergrund

Im Jahr 2004 gegründet mit dem Ziel, die Vorsorge, Diagnostik und Therapie von Darmkrebs durch Vernetzung von Kompetenz- und Entscheidungsträgern sowie Organisationen und Verbänden, die in diesen Bereichen aktiv sind, zu fördern, hat der gemeinnützige Verein Netzwerk gegen Darmkrebs in den zurückliegenden Jahren eine ganze Reihe wichtiger Aktivitäten entfaltet. Ein Hauptaugenmerk der Netzwerkprojekte liegt auf der Notwendigkeit, die Darmkrebsvorsorge möglichst allen Personen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko zugänglich zu machen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Translation neuer Erkenntnisse in die klinische Anwendung.

Das Netzwerk ist unter anderem in folgenden Bereichen initiativ geworden:

  • Mitarbeit an der Weiterentwicklung der Darmkrebsfrüherkennung im Nationalen Krebsplan der Bundesregierung
  • Initiierung von Konzepten für Pilotprojekte zum bevölkerungsbezogenen Einladungsverfahren
  • Initiierung einer Studie zur frühzeitigen Identifikation und Aufklärung von Personen mit familiär erhöhtem Darmkrebsrisiko

Durch seine Arbeit und die von ihm initiierten Projekte hat das Netzwerk gegen Darmkrebs in den zurückliegenden Jahren wesentlich dazu beigetragen, die Verbesserung und Umsetzung des deutschen Darmkrebs Screening Programms voranzutreiben. Doch bleibt noch viel zu tun, um das Programm nachhaltig erfolgreich zu machen.

Darmkrebs ist eine der wenigen Krebserkrankungen, die man durch Vorsorge verhindern kann. Umso wichtiger ist es, dass möglichst alle Risikopersonen durch ein Einladungsverfahren von ihrem Anspruch auf die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung  erfahren und dass Personen mit familiär erhöhtem Risiko, die häufiger und früher als Menschen mit durchschnittlichem Risiko an Darmkrebs erkranken, das Recht auf risikoangepasste Früherkennung erhalten.

Seit Einführung der gesetzlichen Vorsorgedarmspiegelung im Jahr 2002 haben mehr als 5 Millionen Anspruchsberechtigte diese Untersuchung durchführen lassen. Dadurch sind nach einer Hochrechnung  des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg  100.000 Neuerkrankungen von Darmkrebs verhindert und über 50.000 Tumoren in einem so frühen Stadium erkannt worden, dass sie geheilt werden konnten.

Doch noch immer sterben jährlich mehr als 25.000 Menschen an Darmkrebs, weil ein vorhandener Tumor zu spät erkannt wurde und nicht mehr therapierbar ist. Es liegen noch viele wichtige Aufgaben vor uns, um die Sterblichkeit von Darmkrebs nachhaltig abzusenken.