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Zusammenfassung

Dr. Berndt Birkner AGAF FASGE FACP FEBG 

Dr. Berndt Birkner
AGAF FASGE FACP FEBG 

Präsident Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. und Kurator Felix Burda Stiftung

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Unterstützende des Netzwerks,

 

es ist mir eine große Freude, auf unser diesjähriges Online-Symposium zurückzublicken, das den Darmkrebsmonat März mit wegweisenden Impulsen eingeläutet hat. Besonders stolz macht mich das ungebrochene Interesse an unserer Arbeit: Wieder einmal haben mehr als 500 Teilnehmende die Veranstaltung live verfolgt, was die Relevanz dieses Themas in der medizinischen Gemeinschaft unterstreicht. Es war ein Nachmittag voller hochkarätiger wissenschaftlicher Einblicke. Dass so viele Kolleginnen und Kollegen trotz zeitlicher Überziehung große Geduld bewiesen haben, zeigt, wie wichtig dieser fachliche Austausch für uns alle ist.

Früherkennung und genetische Risiken
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf dem Lynch-Syndrom, der erblichen Risikosituation für das kolorektale Karzinom. Es ist alarmierend, dass diese Hochrisikogruppe nach wie vor zu selten diagnostiziert wird – lediglich 10 % der Merkmalsträger werden derzeit rechtzeitig entdeckt. Hier müssen wir ansetzen: Gemäß den Leitlinien sollten betroffene Patienten in der Regel bereits ab dem 18. Lebensjahr regelmäßig koloskopiert werden, um Leben zu retten.

Die Zukunft der Diagnostik: Liquid Biopsy
Ein langgehegter Wunsch, den auch Christa Maar stets verfolgte, rückt in greifbare Nähe: der Bluttest zur Darmkrebsfrüherkennung. Durch den Einsatz von tumorspezifischen Biomarkern wie der ctDNA (zirkulierende Tumor-DNA) eröffnen sich Wege für eine risikoadaptierte Prävention. Unser Ziel muss es sein, eine einfache Blutentnahme im Rahmen des Check-ups ab 35 zu etablieren, um individuelle Risikoprofile frühzeitig zu erkennen.

Innovation und Qualität in der Endoskopie
Die technologische Entwicklung steht nicht still. Innovationen wie Künstliche Intelligenz (KI), die Digitalisierung und verbesserte Bildgebungsverfahren wie die digitale „Kontrastanhebung“ stehen bereit, um die Qualität der Darmkrebsfrüherkennung weiter zu steigern. In diesem Zusammenhang wurde erneut betont, wie wichtig die Adenomdetektions-rate (ADS) als entscheidender Qualitätsindikator für die Wirksamkeit der Vorsorge ist.

 

Prävention als Lebensstil
Neben der Früherkennung bleibt die Lebensgestaltung das Fundament der Primärprävention. Bewegung, gesunde Ernährung, der Verzicht auf Tabak und ein maßvoller Umgang mit Alkohol sind essenziell, ebenso wie Achtsamkeit im Umgang mit Stress. Wir Ärztinnen und Ärzte sind hier als Botschafter der Prävention gefragt. Ich rufe Sie dazu auf, im Darmkrebsmonat März und darüber hinaus, die Themen Früherkennung und Familienanamnese in Ihren Praxen zu intensivieren.

 

Dank und Ausblick
Herzlicher Dank gilt allen Referierenden für ihre spannenden Beiträge sowie unseren Mitgliedern, Kooperationspartnern und Sponsoren – namentlich Immundiagnostik, MSD und Preventis –, ohne deren Unterstützung dieses Symposium nicht möglich gewesen wäre. 

Wir freuen uns bereits jetzt auf das nächste Auftaktsymposium 2027. Bleiben Sie uns treu!

 

Herzlichst,

Ihr

 

Dr. Berndt Birkner AGAF FACP FASGE FEBG

Präsident Netzwerk gegen Darmkrebs e.V.

Moderation

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Dr. med. Nicola Fritz M.P.H. 
Hausärztin, Moderatorin, Präventionsmedizin, 
Leiterin AK Prävention Health Care Bayern, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats im Netzwerk gegen Darmkrebs e.V.

Begrüßung und Grußworte

Dr. med. Berndt Birkner AGAF FACP FASGE FEBG
Präsident Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. und Initiator dieses Symposiums., Internist Gastroenterologie, Med. Informatik, Ärztl. Qualitätsmanagement

Staatsministerin Judith Gerlach, MDL
Schirmherrin diese Events und Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Dr. Irmgard Stippler
Vorstandsvorsitzende AOK Bayern

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft

Univ. Prof. Dr. Ulrich Mansmann
Ehemaliger Direktor des Instituts für Medizinische Informationsverarbeitung Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU München, Ehrenmitglied des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V.

Innovation – KI – Qualität
Meilensteine der Darmkrebsfrüherkennung

Von familiär zu hereditär – Update Genetik

Prof. Dr. med. Dipl.-Chem. Elke Holinski-Feder
Geschäftsführung & Managing Director - Medizinisch Genetisches Zentrum (MGZ), Clinical Genetic, Vizepräsidentin des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V.

Darmkrebs kann erblich sein! Prof. Dr. Elke Holinski-Feder beleuchtete vor über 500 Teilnehmern die drängende Notwendigkeit, die Erkennungsrate des Lynch-Syndroms, Hochrisikoformern einer erblichen Darmkrebserkrankung, von derzeit nur 10 % deutlich zu steigern. ‘‘ Jeder weiß es, aber keiner macht es.‘‘ Sie ging daher nochmals auf die verschiedenen Formen der erblich bedingten oder erblich mitbedingten Darmkrebserkrankung ein. Neben monogenen Formen erläuterte Sie auch den diagnostischen Stellenwert der polygenen Formen. Mit der aktuellen Kenntnislage können für Menschen mit einer genetischen Prädisposition für eine Darmkrebserkrankung, risikoadaptierte Früherkennungsprogramme ausgesprochen werden. Prof. Holinski-Feder unterstrich dieses Potential für eine bessere Prävention bzw. Früherkennung zu nutzen und die entsprechende Diagnostik zu veranlassen.

Liquid Biopsy – klinischer Nutzen in der Tertiär-, Sekundär- und Primärprävention

Prof. Dr. med. Barbara Klink 
Erweiterte Geschäftsleitung – Medizinisch Genetisches Zentrum (MGZ), Humangenetikerin

Die Liquid Biopsy ist ein innovatives, minimalinvasives Verfahren, bei dem Tumorbestandteile wie zirkulierende Tumor-DNA im Blut nachgewiesen werden. Statt einer Gewebeprobe genügt eine einfache Blutentnahme. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Krebsmedizin – von der Früherkennung bis zur Therapiekontrolle. Im Vortrag wird der klinische Nutzen der Liquid Biopsy entlang der drei Präventionsebenen dargestellt: In der Primärprävention kann sie perspektivisch helfen, Krebs früher zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten. In der Sekundärprävention unterstützt sie die Früherkennung von Rückfällen nach einer erfolgreichen Behandlung. In der Tertiärprävention ermöglicht sie eine engmaschige Therapiekontrolle, die frühzeitig Hinweise auf ein Fortschreiten der Erkrankung oder auf Resistenzentwicklungen geben kann. Prof. Dr. Barbara Klink gibt einen verständlichen Überblick über Chancen, Grenzen und den aktuellen Stand der klinischen Anwendung dieser vielversprechenden Technologie.

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Innovationen in der Darmkrebsfrüherkennung: was ist wirklich wichtig? 

Univ.-Prof. Dr. med. Alexander Meining
Stellv. Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber Gastroenterologie Universitätsklinikum Würzburg; Vorsitz der DGVS 

Prof. Dr. Alexander Meining hinterfragt im Rahmen des Symposiums, die Effektivität der der aktuellen Vorsorgestrategien in Deutschland. Trotz technologischer Fortschritte, einschließlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz und weiterer Innovationen zur verbesserten Früherkennung, bleibt die sehr niedrige Teilnahmerate von etwa 2 % pro Jahr ein zentrales Problem für den Präventionserfolg. Kritisch setzt er sich mit der Künstlichen Intelligenz (KI) auseinander: Diese darf nicht zu einem „Deskilling“ der Ärzte führen, zumal sie bei risikoreichen Läsionen bislang nur begrenzte Vorteile bietet. Er plädiert daher für eine stärkere Fokussierung auf hohe Qualitätsstandards, eine verbesserte Ausbildung in spezialisierten Trainingszentren sowie den Einsatz digitaler Tools, um das Bewusstsein für und Teilnahme an Vorsorgemaßnahmen wie Stuhltests und Koloskopien nachhaltig zu steigern.

Qualitätsstandards in der Vorsorgekoloskopie

Prof. Dr. med. Ulrike Denzer 
Sektionsleitung Endoskopie an der Klinik für Gastroenterologie, 
Uniklinik Marburg

Prof. Dr. Ulrike Denzer präsentierte die Qualitätsstandards für die Vorsorgekoloskopie. Zentral ist die Anhebung der Ziel-Adenomdetektionsrate (ADR) auf 30 % sowie eine ausreichende Rückzugszeit von 6 bis 9 Minuten. Prof. Denzer verdeutlichte, dass etwa 11 % der Karzinome nach einer Koloskopie auf inkomplette Resektionen zurückzuführen sind. Gute Kenntnisse moderner Techniken wie der Anwendung der heißen Zange und der thermischen Ablation der Ränder bei großen Polypen ist essenziell, um Rezidive zu minimieren. Neben der Technik hob sie die Bedeutung einer standardisierten Vorbereitung und klarer Nachsorge-Intervalle hervor, um die Präventionsleistung der Endoskopie voll auszuschöpfen.

Warum werden die Darmkrebspatienten immer jünger?

Univ.-Prof. Dr. Dr. Karin Michels
Nationale Akademie der Wissenschaften – Leopoldina, Epidemiologin

Prof. Dr. Karin Michels analysiert den alarmierenden Anstieg von Darmkrebs bei unter 50-Jährigen (Early Onset CRC). Während die Inzidenz bei Älteren abnimmt, steigen die Zahlen bei Jüngeren weltweit an – oft verbunden mit einer aggressiveren Prognose. Neben genetischen Einflüssen rücken Lebensstilfaktoren in den Fokus: Kindliches Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung prägen das Risiko oft schon in den ersten Lebensjahren. Zudem spielt ein durch Antibiotika oder verarbeitete Lebensmittel gestörtes Mikrobiom eine Schlüsselrolle. Prof. Michels plädiert dafür, das Screening-Alter auch in Europa auf 45 Jahre zu senken und das Wissen über Primärprävention bereits im Kindesalter zu stärken.

Zusammenfassung und Verabschiedung

Dr. med. Berndt Birkner AGAF FASGE FACP FEBG
Präsident Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., Internist Gastroenterologie, Med. Informatik, Ärztl. Qualitätsmanagement

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