Aktuelles

Die Gesundheit von morgen erreichen wir nicht mit dem Denken von gestern

13. Juli 2021
Die Darmkrebsprävention in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte – zumindest teilweise. Den notwendigen Reformen stehen jedoch überkommene Denkmuster und halbherziges Handeln im Weg. Das Jahr 2002 markiert einen Meilenstein in der hiesigen Darmkrebsvorsorge, denn seither bieten die gesetzlichen Krankenkassen die Vorsorgekoloskopie als alternative Screening-Maßnahme zum Stuhltest an. Was sich bereits im ersten Jahrzehnt danach abzeichnete, wird durch eine aktuelle Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) untermauert, dass nämlich durch dieses Angebot viele Darmkrebserkrankungen und dadurch bedingte Todesfälle verhindert wurden. Zwischen 2000 und 2016 sank die Rate der Neuerkrankungen bei beiden Geschlechtern altersstandardisiert um rund 25 Prozent. Noch deutlicher sind die Effekte der Vorsorgekoloskopie auf die Sterblichkeitsrate: sie sank im Zeitraum zwischen 2000 und 2018 bei Männern um rund 36 Prozent, bei Frauen um gut 40 Prozent. Diese Bilanz ist erfreulich, und sie ist ein Beleg dafür, dass sich Darmkrebsprävention lohnt. Ein Grund,…
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Symposium Vision Zero 2021

07. Juni 2021
   Unter dem Motto „Dem Krebs die rote Karte zeigen“ findet am 14. und 15. Juni in Berlin das 7. Interdisziplinäre Symposium der Reihe Innovations in Oncology statt, das vom Netzwerk gegen Damkrebs veranstaltet wird. Die Hoffnung des auch als – Vision Zero. Die Neuvermessung der Onkologie – bekannten Meetings ist, die Zahl der Krebstoten irgendwann gegen null zu bringen. „Bis zur Hälfte aller Krebserkrankungen könnte durch intelligente Präventions- und Früherkennungskonzepte vermieden werden. Bei der anderen Hälfte können wir durch frühzeitige Präzisionsdiagnostik und innovative Therapiekonzepte dem Krebs in vielen Fällen die rote Karte zeigen – wir müssen es nur wollen“, heißt es auf der Homepage. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie werden u.a. Lösungskonzepte für den Umgang mit Zervixkarzinom, Darm- und Lungenkrebs erarbeitet. Die Veranstaltung startet mit dem…
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Darmkrebsprävention nach Maß, statt von der Stange

23. März 2021
Wie groß ist bei einer bestimmten Person das Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Darmkrebs zu erkranken? Ein neuer Algorithmus, der auch modifizierbare Risikofaktoren berücksichtigt, kann diese Frage mit großer Präzision beantworten. Das Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. begrüßt derartige Entwicklungen, da sie den Weg zu einer personalisierten Darmkrebsvorsorge ebnen können. Faktoren, die das Darmkrebsrisiko maßgeblich beeinflussen, gibt es zuhauf. Professor Dr. Krasimira Aleksandrova und ihr Team vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) in Bremen haben zusammen mit der International Agency for Research on Cancer (IARC) und anderen Kooperationspartnern ein Set davon für ein Rechenmodell genutzt, das das individuelle Darmkrebsrisiko möglichst präzise vorhersagen sollte. LiFeCRC, so der Name des Modells, wurde anhand epidemiologischer Daten von über 255.000 Teilnehmer*innen der EPIC*-Kohorte entwickelt, die in den Jahren 1992 bis 2000 nicht an Krebs erkrankt waren und bis zu 15 Jahre lang…
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HOHE TEILNAHME BEI DER DARMKREBSVORSORGE? NACH WIE VOR EIN ROTES TUCH!

08. März 2021
Auch in diesem Jahr und mittlerweile zum 20sten Mal ruft die Felix Burda Stiftung im März gemeinsam mit der Stiftung Lebensblicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. dazu auf, über die Chancen der Prävention bei Darmkrebs zu informieren. Zum Auftakt des Darmkrebsmonat März sprachen wir mit Dr. Christa Maar - der Präsidentin des Netzwerk gegen Darmkrebs - über die Motivation der Bevölkerung zur Darmkrebsvorsorge. Frau Dr. Maar, es ist Darmkrebsmonat März. Letztes Jahr fiel der erste Lockdown in den Zeitraum des Aktionsmonats. Das hat einiges an Aufmerksamkeit für das Thema Darmkrebsvorsorge abgezogen. Doch hat sich dies auch negativ auf die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge ausgewirkt? Es gab lediglich in der letzten Märzwoche 2020, das heißt mit Beginn des Lockdowns, einen stärkeren Einbruch bei den Vorsorgekoloskopien. Doch wenn man die ersten drei Quartale 2020 betrachtet, dann hat sich diese Tendenz nicht…
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Woher kommt die Angst vor der Vorsorge? Eine Expertin klärt auf

28. Februar 2021
Im diesjährigen Darmkrebsmonat März – ausgerufen von der Felix Burda Stiftung, dem Netzwerk gegen Darmkrebs und der Stiftung Lebensblicke – soll augenzwinkernd mit dem Kunstwort Präventiophobie auf Vorbehalte gegenüber der Darmkrebsvorsorge aufmerksam gemacht werden. Im Interview beantwortet Professor Dr. Anja Mehnert-Theuerkauf – langjährige Unterstützerin des Netzwerk gegen Darmkrebs – Fragen zum psychologischen Mechanismus hinter der Präventiophobie.   Präventiophobie beschreibt die Angst, die vor der Darmkrebsvorsorge empfunden wird und offensichtlich größer ist als die Angst vor dem Krebs. Dass diesem Phänomen einige Menschen erliegen, bestätigen auch die 1,8 Prozent der Anspruchsberechtigten (über 55 Jahren), die im Jahr 2017 nur an einer Vorsorgekoloskopie teilnahmen (1).   Doch woher kommen diese Vorbehalte und wie lassen sich diese einfangen beziehungsweise gar beseitigen?   Dazu hat das Netzwerk gegen Darmkrebs Frau Professor Dr. Anja Mehnert-Theuerkauf befragt. Sie ist Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und…
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Vision Zero 2020: Konkrete Forderungen für eine Welt ohne Krebs

17. November 2020
München, 22. Oktober 2020. Am Dienstag fand das interdisziplinare Symposium Vision Zero. Die Neuvermessung der Onkologie in Berlin statt. Das Symposium der Veranstaltungsreihe „Innovations in Oncology“ wurde in diesem Jahr als ausschlieslich digitales Event durchgefuhrt. Über Livestream diskutierten Experten aus Forschung, Medizin, Politik und Industrie mehr als neun Stunden daruber, wie die Vision einer Welt ohne Krebs Realitat werden kann. Um dem Ziel einer Welt ohne Krebs näher zu kommen, braucht es einen Mix aus Prävention, intelligentem Datenmanagement, Kreativitat, Flexibilitat und die verstärkte Einbindung von Patienten, so das Ergebnis des Symposiums. Das Motto lautete in diesem Jahr „Die Zeit ist reif zum Handeln“. Wie reif die Zeit dafür ist, zeigte der Veranstalter, das Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., unter anderem dadurch, dass es das Symposium nicht aufgrund der verschärften Corona Bedingungen absagte, sondern es als rein digitales Event möglich machte. So…
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Krebs in Zeiten der Corona-Pandemie: „Wir müssen unter Umständen mit einer Übersterblichkeit durch verschleppte Diagnosen und Therapien rechnen!“

11. Mai 2020
Wenn allerorten Kapazitäten für COVID-19-Patienten freigehalten werden, dann stellt sich fast automatisch die Frage, wie es um die Versorgung anderer Patienten bestellt ist, zum Beispiel jenen mit Krebserkrankungen. Professor Dr. Christof von Kalle, Chair für Klinisch-Translationale Wissenschaften und Direktor des Klinischen Studienzentrums am Berlin Institute of Health, sieht die Onkologie in Deutschland im Großen und Ganzen ausreichend gut gerüstet. Und so manches Versorgungsproblem lässt sich nicht auf die aktuelle Corona-Pandemie abwälzen. Herr Professor von Kalle, wir lesen anlässlich der Corona-Krise täglich über potenzielle Engpässe bei der intensivmedizinischen Betreuung von Patienten, von einem Mangel an Schutzausrüstungen und von Nachschubproblemen bei Arzneimitteln. Was bedeutet das für Krebspatienten? Christof von Kalle: Die Corona-Pandemie kann Krebspatienten theoretisch in zweierlei Weise tangieren: zum einen, indem sie sich selbst mit SARS-CoV-2 infizieren; zum anderen könnte es sein, dass es durch eine Welle von Corona-Patienten zu Engpässen…
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Vision-Zero:„Ambitionierte Ansprüche zu haben, ist extrem sinnvoll!“

14. April 2020
Moderne Krebsimmuntherapien haben in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Zuletzt sorgte beispielsweise das CAR-T-Zell-Verfahren für Aufsehen. Dabei erhalten Patienten körpereigene T-Zellen, die zuvor mit einem Rezeptor für ein tumorspezifisches Antigen ausgestattet wurden [CAR: Chimärer Antigen-Rezeptor]. Seit 2018 sind in der Europäischen Union zwei CAR-T-Zelltherapien zugelassen. Zu den erfahrensten Anwendern in Deutschland gehört Professor Dr. Dr. Michael von Bergwelt. Er ist Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Münchner Uniklinikum Großhadern und beantwortet Fragen zur zellbasierten Immuntherapie und zur Vision-Zero. Netzwerk gegen Darmkrebs: Herr Professor von Bergwelt, wie beurteilen Sie den gegenwärtigen Stellenwert von zellbasierten Immuntherapien, wie der CAR-T-Zelltherapie? Michael von Bergwelt: Mit der CAR-T-Zelltherapie ist uns in den vergangenen 12 bis 15 Monaten wirklich ein sehr großer Schritt nach vorne gelungen. Wir haben sie für Patienten unter 26 Jahren mit akuter lymphatischer Leukämie und für Patienten mit…
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Darmkrebsprävention: Hochrisikogruppen so früh wie möglich risikoadaptiert screenen!

21. Februar 2020
Interview mit Professor Dr. Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Ulm. Professor Seufferlein ist neuer Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. Netzwerk gegen Darmkrebs: Professor Seufferlein, seit einigen Jahren gibt es Testverfahren zur Früherkennung von Darmkrebs und seinen Vorstufen. Welche Tests sind bereits zugelassen, bzw. welche Tests könnten aus Ihrer Sicht in absehbarer Zeit den konventionellen FIT-Test (Stuhltest) ablösen? Prof. Dr. Thomas Seufferlein: Der konventionelle FIT ist ja gerade erst bei uns eingeführt worden und hat unbestreitbare Vorteile gegenüber dem alten FOBT. Darüber hinaus ist es ein vergleichsweise günstiges Testverfahren. Es werden jedoch in absehbarer Zeit auch blutbasierte Testverfahren auf den Markt kommen, die natürlich was die Darmkrebsfrüherkennung angeht dem FIT vergleichbare Ergebnisse liefern müssen. NgD: In der Literatur wird von Arbeitsgruppen aus Israel berichtet, die mit Atemtests zur Früherkennung arbeiten.…
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Enormes Potenzial, unzureichende Nutzung

09. Januar 2020
Damit deutlich weniger Menschen als bisher an Darmkrebs erkranken und sterben, muss vor allem die Prävention verbessert werden. Die Instrumente liegen bereit, doch die Politik lässt auf sich warten. Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol – über die Hälfte aller derzeit auftretenden Fälle von Darmkrebs wären vermeidbar, wenn sich Menschen diesen und weiteren Risikofaktoren nicht mehr aussetzen würden.[1] Lebensstilanpassungen gelten daher zu Recht als effiziente Maßnahme, um die Erkrankung zu bekämpfen. Weitere Fälle lassen sich mit der Vorsorgekoloskopie vermeiden. Im Zeitraum von 2002 bis 2012 hat sie in Deutschland Berechnungen zufolge 180.000 Darmkrebserkrankungen verhindert.[2] Die Prävention birgt also ein gewaltiges Potenzial, um die darmkrebsbedingte Morbidität und Mortalität zu reduzieren. Professor Dr. Frank Kolligs, Vizepräsident des Netzwerk gegen Darmkrebs e. V.,  schätzt, „dass man die Zahl der Neuerkrankungen allein mit den jetzt schon verfügbaren Optionen von derzeit gut 60.000 pro Jahr auf unter…
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